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Benicio-Sohn wechselt für 102.000 Euro in den Stall La Sabana

Aller guten Dinge sind drei. – Unter diesem Motto stand die dritte und letzte Auktion „Young Stallions“ der Firma TM-Auktionen im ostbayerischen Pferdezentrum in Kreuth am zweiten Adventwochenende. Die letzte deshalb, weil Thomas Münch, der das auf die Versteigerung von hochkarätigen Sportpferden spezialisierte Unternehmen zusammen mit seiner Frau Susanne aufgebaut hat, bekanntlich seit 1. Oktober Vermarktungsleiter des Westfälischen Pferdestammbuchs ist und zukünftig den Auktionshammer vor allem in Münster-Handorf schwingen wird.

Namhafte Dressur- und Springställe nicht nur aus ganz Süddeutschland waren in der bis auf den letzten Platz gefüllten Festhalle vertreten, um sich in gewohnt familiärer Atmosphäre und stimmungsvollem Ambiente vielversprechende Junghengste zu sichern. Sie hatten die Qual der Wahl: 32 Hengste war die ausgesuchte Kollektion stark, ambitionierte Viereckspezialisten kamen ebenso auf ihre Kosten wie Springreiter auf Nachwuchssuche. Zur Kollektion gehörten auch Hengste der zeitgleich in Kreuth stattfindenden Körung des Zuchtverbands für deutsche Pferde, kurz ZfdP, darunter der ZfdP-Körsieger Dressur, ein westfälischer Sohn des Fürst Jazz aus einer L’Espoir-Mutter, die bereits im vergangenen Jahr ein hochbezahltes Hengstfohlen bei der Auktion des Westfälischen Pferdestammbuchs stellte. Für 32.000 Euro wurde der braune bewegungsstarke Hengst zugeschlagen. Er wird seinen Weg im Sport unter einer jungen bayerischen Dressurreiterin machen und zunächst Im Ausbildungsbetrieb von Christian Harscher, mit dem Thomas Münch eng zusammenarbeitet, auf diese Aufgabe vorbereitet.

Der frisch gekörte Hengst war allerdings bei weitem nicht derjenige, der das heftigste Bieterduell entfachen konnte: Den Spitzenpreis von 102.000 Euro erzielte Münch für die Katalognummer eins, einen ebenfalls in Westfalen registrierten Sohn des Benicio aus einer Dollmann-Mutter. Benicios Besitzer, Hengsthalter Matthieu Beckmann aus Wettringen, war Aussteller des Hengstes, der nach Tschechien in den in Prag ansässigen Dressurstall „La Sabana a.s.“ der Familie Dvorska wechselte.

Insgesamt wurden acht Hengste Kunden aus dem Ausland zugeschlagen, 19 bleiben in Deutschland. Allein sechs Hengste sind zukünftig in Minsk zu Hause. Der Kunde aus Weißrussland gehörte bereits bei der Auktion 2018 zu den Käufern und war mit seiner damaligen Erwerbung ganz offensichtlich zufrieden. Ein weiterer Hengst ging an einen belgischen Springstall.

Zu den Käufern gehörte übrigens auch Ulla Salzgeber. Die zweifache Mannschafts-Olympiasiegerin in der Dressur verliebte sich spontan in einen Hengst, dem man eigentlich eher eine Karriere im Springsport prognostizieren würde: Ulla Salzgebers „Neuer“ ist ein Oldenburger Fuchshengst von Campitello, der bereits 2016 im Finale des Bundeschampionats der fünfjährigen Springpferde platziert war, aus einer Tochter des zweimaligen Holsteiner Olympia-Teilnehmers Chin Chin. „Aus dem ‚Bauch heraus’ habe ich meine Kollektion um einen wunderschönen bunten Fuchs erweitert“, postete die neue Besitzerin, die am selben Tag in Kreuth eine M**-Dressur gewinnen konnte, kurz vor Mitternacht nach ihrem Kauf glücklich.

 

Anschließend war Party angesagt – und die dauerte für den einen oder anderen bis in die frühen Morgenstunden. Schließlich gab’s auch Grund zu feiern. Denn verkauft wurden insgesamt 27 Hengste zum Durchschnittspreis von 18.050 Euro. – Ein Ergebnis, mit dem Thomas Münch „restlos zufrieden“ war. Jetzt gilt es für den Neu-Westfalen nach vorn zu schauen: „Schön war’s. Das sind nicht nur Kunden, das sind auch Freunde und Wegbegleiter. Ich hoffe, wir sehen uns alle in Westfalen wieder,“ so der Vermarktungsexperte mit neuer Wahlheimat Warendorf.